Shopify URL-Weiterleitungen: 301-Redirects anlegen, importieren und testen

Lege 301-Weiterleitungen in Shopify an oder importiere sie per CSV, um 404-Fehler nach URL-Änderungen oder Migrationen zu beheben. Teste Statuscode, Ziel-URL und vermeide Redirect-Ketten mit Browser und curl.

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Shopify URL-Weiterleitungen: 301-Redirects anlegen, importieren und testen

Shopify URL-Weiterleitungen: 301-Redirects anlegen, importieren und testen

Direkte Lösung in Kürze

  • Lege Redirects in Shopify unter Inhalte → Menüs → URL-Weiterleitungen (teils: Onlineshop → Navigation → URL-Weiterleitungen) an.
  • Nutze Importieren (CSV), wenn du viele Weiterleitungen aus einer Migration hast.
  • Setze Redirect from als relativen Pfad (z. B. /alte-seite), nicht als volle URL.
  • Teste stichprobenartig mit Browser und curl -I auf 301 und vermeide Redirect-Ketten.

Wann tritt das auf?

  • Nach Änderung von Produkt-, Seiten- oder Blog-Handles (z. B. /products/alt wurde zu /products/neu).
  • Nach Migration von einem anderen Shopsystem, bei der sich die URL-Struktur geändert hat.
  • Nach Umstellung von Collections/Seiten, wenn alte URLs weiterhin in Google, Ads, Newslettern oder Backlinks stehen.
  • Wenn im Browser/Analytics 404-Fehlerhäufungen für ehemalige Top-URLs auftauchen.

Technischer Hintergrund: Warum passiert das?

Shopify generiert URLs aus Handles und definierten Pfaden (z. B. /products/, /collections/, /pages/). Sobald sich Handle oder Struktur ändert, sind alte Pfade nicht mehr auflösbar und liefern 404. Eine Shopify-URL-Weiterleitung ist eine serverseitige Weiterleitung, die Shopify als permanente Weiterleitung (301) ausliefert, damit Browser und Suchmaschinen die alte URL dauerhaft zur neuen Ziel-URL wechseln.

Ein Teil der Redirects entsteht automatisch (z. B. beim Ändern eines Produkt-Handles, wenn die Option zur Erstellung einer Weiterleitung aktiv ist). In Migrationen oder bei strukturellen Änderungen sind automatische Redirects typischerweise unvollständig, daher müssen sie gezielt ergänzt und auf Ketten/Loops geprüft werden.

Schritt-für-Schritt: So setzt du es um

  1. Liste der alten URLs erstellen

    • Aus Migration/Altshop exportieren oder aus Analytics/Google Search Console ableiten.
    • Für jede alte URL die neue Ziel-URL festlegen (möglichst 1:1, sonst auf die thematisch passendste Seite).
  2. Redirects im Shopify-Admin öffnen

    • Neuere Admin-Navigation: Inhalte → Menüs → URL-Weiterleitungen
    • Ältere Admin-Navigation (je nach Shop/Plan/UI): Onlineshop → Navigation → URL-Weiterleitungen
  3. Einzelne Weiterleitung anlegen

    • Klicke URL-Weiterleitung erstellen.
    • Setze Weiterleiten von als relativen Pfad, beginnend mit /, z. B. /alte-kategorie oder /products/altes-produkt.
    • Setze Weiterleiten zu als relativen Pfad (/collections/neu) oder als vollständige URL, wenn extern.
    • Speichern.
  4. Bulk-Import per CSV (für viele Redirects)

    • Klicke Importieren.
    • Erstelle eine CSV mit den Shopify-Spaltennamen (ohne zusätzliche Spalten).
    Redirect from,Redirect to
    /alt,/neu
    /collections/sale,/collections/outlet
    /products/sku-123,/products/neuer-handle
    /pages/versandkosten,/policies/shipping-policy
    
    • Lade die CSV hoch und starte den Import.
    • Prüfe nach dem Import stichprobenartig Einträge in der Liste.
  5. Tests: Statuscode, Ziel und Ketten prüfen

    • Browser-Test: Rufe die alte URL auf und stelle sicher, dass du direkt auf der Zielseite landest.
    • CLI-Test (liefert Header inkl. Statuscode und Location):
    curl -I https://deinshop.de/alte-seite
    
    • Erwartung: HTTP/2 301 (oder HTTP/1.1 301) und ein Location:-Header mit der Ziel-URL.
    • Vermeide Redirect-Ketten: alte URL sollte möglichst in einem Sprung zur finalen URL führen.
  6. Optional: Automatisch erzeugte Redirects kontrollieren

    • Wenn du Handles in Shopify änderst (Produkt/Collection/Seite), prüfe, ob Shopify eine Weiterleitung erstellt hat (Liste der URL-Weiterleitungen).
    • Wenn du bewusst keine Weiterleitung willst (selten), entferne den entsprechenden Redirect-Eintrag nach der Änderung.

Häufige Fehler

  • Fehler: In Weiterleiten von wird eine vollständige URL eingetragen (z. B. https://deinshop.de/alt). Ursache: Shopify erwartet hier einen Pfad. Fix: Nur den relativen Pfad verwenden, z. B. /alt.

  • Fehler: Fehlender führender Slash (z. B. alt). Ursache: Der Pfad wird nicht korrekt gematcht. Fix: Immer / am Anfang, z. B. /alt.

  • Fehler: Redirect-Loop (A → B und B → A) oder Ziel verweist wieder auf Quelle. Ursache: Doppelte/konfliktierende Einträge, oft nach mehreren Importen. Fix: Betroffene Redirects bereinigen, Ziel-URL eindeutig definieren, danach erneut testen (Browser + curl -I).

  • Fehler: Redirect-Kette (A → B → C). Ursache: Historisch gewachsene Weiterleitungen oder mehrere Handle-Änderungen. Fix: A direkt auf C umbiegen (Eintrag für A anpassen), Zwischenstationen reduzieren.

  • Fehler: Falsche Zielseite (z. B. Produkt auf Collection oder umgekehrt). Ursache: Mapping-Fehler in der Migrationsliste/CSV. Fix: Mapping korrigieren und den Redirect-Eintrag aktualisieren; danach stichprobenartig die wichtigsten Top-URLs prüfen.

  • Fehler: Query-Parameter gehen „verloren“ und werden für Tracking benötigt. Ursache: Shopify-Redirects matchen primär Pfade; Parameter werden in der Praxis oft nicht als Regelwerk verwaltet. Fix: Wenn Parameter zwingend sind, Zielseite so gestalten, dass sie ohne Parameter funktioniert (empfohlen). Alternativ in Kampagnen auf die neue URL umstellen.

Best Practices

  • Vor dem Livegang einer Migration die Redirect-CSV vorbereiten und direkt nach Domain-Umschaltung importieren.
  • Top-URLs priorisieren: zuerst die wichtigsten Landingpages/Produkte/Collections (aus Analytics, Logs, Ads-Zielen).
  • Keine Redirects auf irrelevante Seiten (z. B. alles auf die Startseite). Wenn kein 1:1-Ziel existiert, auf die nächstpassende Kategorie/Collection.
  • Ein Sprung zum Ziel: regelmäßig Redirect-Ketten auflösen, besonders nach Re-Brandings und mehreren Strukturänderungen.
  • Namenskonventionen stabil halten: Handles nur ändern, wenn es einen klaren Grund gibt; bei Änderungen immer prüfen, ob Redirect automatisch erzeugt wurde.

Kurze Zusammenfassung

  • Shopify-URL-Weiterleitungen beheben 404 nach Handle-, Struktur- oder Migrationsänderungen.
  • Weiterleiten von ist ein relativer Pfad mit führendem /, keine vollständige URL.
  • Viele Redirects lassen sich per CSV importieren (Spalten: Redirect from, Redirect to).
  • Teste auf 301 und prüfe Location; vermeide Redirect-Loops und -Ketten.
  • Halte Redirects gepflegt: Top-URLs priorisieren und Mapping regelmäßig bereinigen.
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